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Schweinegrippe

Wie kann ich mich schützen?

Zu Beginn dieses Jahres erkrankten in Mexiko und in Kalifornien auffällig viele junge Menschen an Lungenentzündungen, von denen viele tödlich verliefen.
Als Ursache entdeckte man einen neuen Typ der Virusgrippe, der durch eine Neukombination zweier Viruslinien der Schweineinfluenza entstanden war und wie bei der normalen saisonalen Grippe durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Umgangssprachlich bürgerte sich für diese neue Infektionskrankheit der Name Schweinegrippe ein. Man sollte aber besser von der Mexikanischen bzw. Neuen Grippe sprechen.

Vergleicht man die Krankheitsverläufe beider Arten der Virusgrippe miteinander, so kommt man zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Anzeichen einer Erkrankungen sind bei beiden gleich, d.h. Husten, Schnupfen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, aber: die Schweinegrippe verläuft in der Regel wesentlich harmloser als die saisonale Grippe.
  • Es gab bisher in Deutschland 19 Todesfälle bei der Schweinegrippe (Stand 16.11.2009), an der saisonalen Grippe sterben jährlich 8.000 – 12.000 Menschen allein in Deutschland.
  • Die Schweinegrippe betrifft hauptsächlich junge Menschen unter 30 Jahren, während ältere Menschen über 60 Jahre bis zu 30 Prozent Antikörper gegen das neue Virus haben, was man sich mit früher durchgemachten Grippeerkrankungen erklärt.

Wie kann man sich nun gegen diese neue Grippe schützen?

In den USA und in Europa wurden relativ schnell Impfstoffe gegen diese neue Grippe entwickelt: einen dem saisonalen Grippeimpfstoff ähnlichen mit dem Namen Celvapan, der aber in der Kürze nur in begrenzter Menge hergestellt werden konnte, und einen anderen mit dem Namen Pandemrix, der auf Grund seiner enthaltenen Wirkverstärker in ausreichender Zahl produziert wurde und außerdem die Vorteile bietet, stärker als Celvapan, und vor allem auch gegen neue gefürchtete Virusvarianten wirksam zu sein. Pandemrix hat allerdings den Nachteil von größeren Nebenwirkungen gegenüber Celvapan ( Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Schmerzen an der Injektionsstelle ).
Ob die Politiker, für die der Impfstoff Celvapan gekauft wurde, nun besser gegen die Schweinegrippe geschützt sind, darf man daher getrost bezweifeln.
Ein Impfstoff für Schwangere, die möglicherweise die Wirkverstärker im Impfstoff Pandemrix nicht vertragen, wird Anfang Dezember 2009 erwartet.

Der neue Gesundheitsminister, Dr. Philipp Rösler, gab daher folgende, auch in meinen Augen richtige Empfehlung: Zunächst sollte man sich gegen die übliche saisonale Grippe, danach gegen die neue Grippe impfen lassen. Ein zeitlicher Abstand zwischen beiden Impfungen ist nicht erforderlich. Allerdings sollte man sich nur dann impfen lassen, wenn man völlig frei von grippalen Beschwerden ist. Außerdem empfiehlt es sich, nach der Impfung für ein bis zwei Wochen keine größeren sportlichen Anstrengungen, wie lange Waldläufe, zu unternehmen, da in dieser Zeit unser Immunsystem Antikörper gegen die Grippe bildet.

Sollte man dennoch an einer der beiden Grippearten erkranken, so helfen absolute Bettruhe, viel trinken und eine Fiebersenkung mit Paracetamol Tabletten oder Wadenwickel, die Krankheit zu überstehen. Auf keinen Fall sollte man Antibiotika einnehmen, die nur gegen bakterielle Infektionen wirken, und auch nicht das Grippemittel Tamiflu, welches gegen beide Virusarten mittlerweile nicht mehr ausreichend hilft.









Dieter Lünstroth, Leitender Apotheker

Apotheke am HBK Singen

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