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Schmerz – was ist das?

Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis. Er soll unseren Organismus auf eine schädliche Einwirkung aufmerksam machen und uns auf diese Weise schützen.

Wie entstehen Schmerzen? Überall in unserem Körper befinden sich Fühler, sogenannte Schmerzrezeptoren, die teils auf mechanische Reize wie starke Dehnung, andere auf chemische Reize, Hitze oder Kälte ansprechen. Deren Information wird über Schmerzfasern als Teil von Nerven und Rückenmark zum Gehirn weitergeleitet. Erst im Gehirn wird der Schmerz bewusst wahrgenommen.

Die Wahrnehmung von Schmerz ist individuell, d.h. der Reiz einer Operationswunde löst bei verschiedenen Menschen und abhängig von der Situation eine unterschiedlich starke Schmerzempfindung aus. Unsere psychische Verfassung, Wohlbefinden und Traurigkeit beeinflussen unsere Schmerzwahrnehmung in erheblichem Maße.

Kann man Schmerzen messen?

Nur der Betroffene kann es. Als Schmerztherapeuten bitten wir unsere Patienten daher, ihre Schmerzintensität auf einer Skala zwischen 0 und 10 einzuordnen, wobei 0 Schmerzfreiheit und 10 den maximal vorstellbaren Schmerz bedeutet.
Die Schmerzbefragung hilft, den Erfolg therapeutischer Maßnahmen aus Sicht der Patienten zu beurteilen und eine individuelle Feineinstellung vorzunehmen.

Welche Therapie ist sinnvoll?

Die Wahl der geeigneten Therapie hängt von der Ursache des Schmerzes ab. Der akute Unterbauchschmerz durch Entzündung des Blinddarmes wird am besten dadurch behandelt, dass man den Blinddarm durch eine Operation entfernt und die Wundschmerzen durch Medikamente behandelt. Bei jedem akuten Schmerz unklarer Ursache sollten zunächst ärztlich Erkrankungen ausgeschlossen werden, die spezifisch zu behandeln wären.

Beim chronischen Schmerz liegt der Sachverhalt anders. Hier hat der Schmerz seine Warnfunktion verloren und sich verselbständigt. Er stellt eine eigene Erkrankung dar. Die Behandlung des chronischen Schmerzes gehört in die Hände erfahrener Schmerztherapeuten, die aus einer Vielzahl in Frage kommender konservativer und operativer Verfahren die geeigneten auswählen müssen. Die Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung, körperliche Aktivität und Hilfen zur Bewältigung der Alltagssituation spielen in der Behandlung des chronischen Schmerzes eine wichtige Rolle.








Chefarzt Prof. Dr. med. Frank Hinder
Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin
und Schmerztherapie am HBK Singen

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