Bauchschmerzen, Unwohlsein im Bauchraum, Zunahme des Bauchumfanges während des Tages. Die Beschwerden stehen häufig in Zusammenhang mit der Stuhlentleerung und sind meist nach dem Stuhlgang besser. Das sind die Symptome eines Reizdarms auch Irritables Kolon oder Reizdarmsyndrom genannt. Der Stuhlgang kann dabei weich bis flüssig, fest oder auch normal sein.
Durch wenige Untersuchungen nach einem ausführlichen Gespräch, kann die für viele Menschen sehr unangenehme Erkrankung, diagnostiziert und dann auch behandelt werden. Es ist weder eine rein psychische noch eine rein körperliche Störung. Viele Faktoren spielen eine Rolle, wobei das Reizdarmsyndrom aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht gut erklärt und verstanden wird. Erkrankungen die sich mit ähnlichen Beschwerden äußern sind die Milchzuckerunverträglichkeit oder eine Allergie gegen das Klebereiweiß einheimischer Getreide, die Zöliakie. Einfache (Blut)-Tests erlauben die Abgrenzung zum Reizdarm. Menschen mit Reizdarm haben kein erhöhtes Risiko für Krebs oder andere schwerwiegende Erkrankungen. Treten die Symptome bei Menschen auf die älter als 50 Jahre sind, sollte auf jeden Fall eine Darmspiegelung zum Ausschluss eines Dickdarmtumors durchgeführt werden.
Um unnötige Diagnostik oder Therapien zu vermeiden ist es wichtig das Reizdarm-syndrom als solches zu erkennen, denn dann stehen unterschiedliche Therapien zur Verfügung, die häufig Linderung bringen. Vielen Menschen mit Reizdarm geht es schon besser, wenn Sie darüber aufgeklärt werden, dass es sich nicht um eine schlimme Erkrankung handelt und gute Behandlungsmöglichkeiten vorhanden sind. Werden Milch und Milchprodukte schlecht vertragen, lohnt es sich für zwei Wochen auf laktosefreie Produkte umzustellen. Im Falle einer Milchzuckerunverträglichkeit bessern sich die Beschwerden dann rasch. Die Behandlung des Reizdarms kann aus Quellstoffen wie Flohsamenschalen, Medikamenten oder Naturheilpräparaten wie Pfefferminzöl bestehen.
Auch Weglassen einiger Speisen und Getränke wie z.B. Kaffee können helfen. Im Einzelfall helfen auch speziell geführte Gespräche oder Akupunktur, Homöopathie und Yoga. Wenn sich ein Arzt mit der Erkrankung auskennt, wird er individuell die richtige Therapie auswählen. Bei vielen Menschen verschwinden die Symptome wieder komplett, bei nicht wenigen bleibt jedoch das Gefühl ihren Körper etwas besser kennen gelernt zu haben.

Chefarzt PD Dr. med. Jan Harder
II. Medizinische Klinik am HBK Singen