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Prostataprobleme

Wenn´s nicht mehr läuft!

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, umschließt beim Mann die Harnröhre unterhalb der Harnblase und bildet als Drüsenorgan den Großteil der Samenflüssigkeit.


Mit zunehmendem Alter kommt es nun nahezu bei jedem Mann zu einer Vergrößerung der Prostata, die zu Störungen beim Wasserlassen führen kann. Typische Symptome sind hierbei Harnstrahlabschwächung, häufiges und/oder nächtliches Wasserlassen, Pressen, Restharnbildung oder Nachträufeln. In der Altersgruppe über 50 Jahren ist bereits etwa ein Drittel aller Männer betroffen. Die gutartige Vergrößerung der Prostata kann man daher auch als Volkskrankheit bezeichnen. Ein weiteres häufiges Krankheitsbild mit unterschiedlichen Beschwerden ist die chronische Entzündung der Prostata, die sogenannte Prostatitis.


Die Behandlung der Prostatavergrößerung kann durch Medikamente erfolgen, häufig ist jedoch eine Operation nicht zu umgehen. Bei der Operation wird die Prostata durch die Harnröhre „abgehobelt“ oder auch schonend ohne Blutung mit dem Laser abgetragen.
Bei sehr großer Prostata muss die Entfernung der Drüse über einen Bauchschnitt erfolgen.


Diese Prostatasymptome können leider auch durch eine bösartige Prostataerkrankung hervorgerufen werden. Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes mit etwa 59.000 Neuerkrankungen pro Jahr, wobei ca. 11.000 Todesfälle pro Jahr zu verzeichnen sind. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Entdeckung eines solchen Tumors.


In Deutschland übernehmen daher die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 45. Lebensjahr die Kosten für eine jährliche Vorsorgeuntersuchung durch Abtastung der Prostata vom Darm aus. Der PSA-Blutwert (prostata-spezifisches Antigen) kann weitere Auskunft über die mögliche Krebserkrankung geben. Wird das Prostatakarzinom frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen gut. Als Behandlungsmethode kommt neben einer Bestrahlung der Prostata vor allem die vollständige operative Entfernung des Organs in Betracht. Diese Operation wird heutzutage zunehmend laparoskopisch, d.h. über nur wenige kleine Schnitte und Kamerakontrolle mit sehr guten Ergebnissen durchgeführt. Eine interdisziplinäre Beratung des Patienten z.B. im Rahmen eines zertifizierten Prostatakarzinomzentrums ist heutzutage wünschenswert. In jedem Fall ist der Urologe vor Ort der kompetente Ansprechpartner, der dem Patienten mit Rat und Tat zur Seite steht.


 
Chefarzt PD Dr. med.
Hans-Helge Seifert

Klinik für Urologie und Kinderurologie am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen


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