Was ist Arthrose?
Die Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke, der Beginn ist der Verschleiß von Gelenkknorpel, das Endstadium ist ein versteiftes Gelenk. Häufig betroffen sind vor allem die Gelenke, auf denen unser Körpergewicht lastet, wie die Hüfte oder das Knie. Unsere Ansprüche an diese Gelenke sind hoch. Sie müssen einerseits sehr beweglich sein, andererseits sollen sie uns aber auch stabil und sicher durch den Alltag tragen.
Ein Gelenk besteht aus dem Zusammenspiel verschiedener Strukturen. Der Knorpel und der Knochen sind die zentrale Einheit. Der Knorpel sitzt als etwa 3 mm dicke Schicht auf dem Knochen. Er ist Schutz- und Gleitschicht und der Stoßdämpfer des Gelenkes. Damit das Gelenk stabil ist aber doch beweglich bleibt, sind Bänder und Muskulatur enorm wichtig. Sie garantieren den nötigen Halt.
Die Knorpelschicht kann sich im Laufe der Zeit abnutzen. Der Knorpel wird immer dünner und fehlt schließlich ganz. Dieser Prozess geht einher mit schmerzhaften Entzündungen, das Gelenk wird dick. In dieser Phase kann die Beweglichkeit stark vermindert sein und eine Belastung wird oft zur Qual. In diesem Stadium spricht man von Arthrose.
Ursachen der Arthrose
Es werden sehr viele Gründe für die Entstehung von Arthrose genannt. Das zeigt, es gibt nicht unbedingt nur eine Ursache für die Ausbildung der Arthrose. Oft sind es mehrere Faktoren, die zusammen kommen:
z.B. die Überlastung durch den Beruf, durch Sport oder Übergewicht. Aber auch Unfälle mit Verletzung der Bänder (z. B. Kreuzbandverletzung im Knie), Muskulatur und Knorpel. Rheuma, Gicht sind weitere Ursachen für den Knorpelschwund.
Kann man Arthrose heilen?
1743 beschrieb der englische Chirurg W. Hunter seine Erfahrungen: „…wir stellen fest: Knorpelschäden sind unangenehm, sie heilen nie.“ Das muss der Arzt dem Patienten ganz ehrlich und deutlich mitteilen. Es gibt kein Medikament, weder ein altes Heilmittel noch eines aus dem Reagenzglas, das geeignet ist den Knorpel wieder aufzubauen.
Es gibt Versuche die Knorpelzellen im Labor zu züchten und im Rahmen einer Operation in das Gelenk einzubringen – ein Erfolg ist noch nicht sicher. Ganz selten kann auch der Knorpel im Gelenk transplantiert werden. Diese Behandlung ist nur in ganz speziellen Fällen möglich und hat mit der „normalen“ Arthrose nichts zu tun.
Die Symptome der Arthrose können jedoch mitunter gut behandelt werden. Ganz wichtig ist dabei die regelmäßige Aktivierung der Gelenke, der Muskeln und der Bänder. Dies fördert sehr die Beweglichkeit und Stabilität. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Aquajogging sind zu empfehlen. Eine gezielte Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur bessert die Beschwerden bei der Kniearthrose. Es gibt verschiedene Techniken in der Krankengymnastik, die einen positiven Einfluss auf Bewegungsabläufe und Muskulatur haben und die Beschwerden der Arthrose lindern können. Auch dämpfendes Schuhwerk kann die Stoßbelastung auf den Knorpel vermindern.
Operationen wie Gelenkspiegelung oder gar Gelenkersatz sollten immer erst an allerletzter Stelle zum Einsatz kommen, sind dann aber eine sehr hilfreiche Behandlung und bedeuten ein neues Stück Lebensqualität.

Oberarzt Dr. med. Heiko Schmitz
Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am HBK Singen